Nicolas Porta, Auf der Suche nach einer eigenen Identität zwischen Osten und Westen


Nicolas Porta, Auf der Suche nach einer eigenen Identität zwischen Osten und Westen

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DIE MITTELEUROPA-KONZEPTION: BEI CZESŁAW MIŁOSZ, JAN PATOČKA UND MILAN KUNDERA

Welche Rolle spielte die Mitteleuropa-Konzeption während des Kalten Krieges? 

Westeuropa gegenüber Osteuropa: So war die geopolitische Realität des europäischen Kontinents zur Zeit des Kalten Krieges. Der Kalte Krieg führte zu einer bipolaren Weltordnung. Vor allem Europa wurde durch den Fall des Eisernen Vorhangs aus seiner Bahn und seiner Geschichte geworfen. In zwei Lager geteilt war Europa ein potentieller Spielplatz der Konfrontation zwischen Osten und Westen. Diese politisch verordnete Bipolarität zerstörte historisch gewachsene Räume und löste traditionelle Zusammenhänge auf. Staaten, Gesellschaften und soziale Gruppe sahen sich gezwungen, sich für ein Lager zu entschieden und ggf. ihre Zugehörigkeiten und Orientierungen grundlegend zu verändern. In einem vielbeachteten Essay bezeichnete der tschechische Schriftsteller Milan Kundera das seiner kulturellen Kontakte zum Westen beraubte Mitteleuropa darum als „gekidnappten Okzident“, um die „Tragödie“ dieses kulturell-politischen Raumes der Weltöffentlichkeit vor Augen zu führen. Als er im Exil in Paris war, betrachtete er sich selbst gerne als Mitteleuropäer und lehnte die Idee ab, dass er aus Osteuropa kam. Der polnische Lyriker und Literatur Nobelpreisträger Czesław Miłosz beschrieb diesen geographischen Raum als das „Andere Europa“. Der Philosoph Jan Patočka analysierte die gesamte Situation hingegen als moralische Krise Europas, als Krise einer Zivilisation anlehnend an seinen Meister Edmund Husserl. Dieses Buch ist als eine politische Ideengeschichte konzipiert und untersucht mit der Mitteleuropa-Konzeption eine intellektuelle Denkbewegung, die darauf zielte, historisch-räumliche Denktraditionen neu zu beleben um dadurch auch die sich im Zuge des Zweiten Kalten Kriegs zuspitzende Rivalität der beiden Blöcke zu entschärfen. Anknüpfend an die Idee des verlorenen Europas, war die Intention der Mitteleuropa-Konzeption der „Schicksalsgemeinschaft“ der Nationen vom Rhein bis zum Dnjepr sowie vom Baltikum bis zum Adriatischen Meer einen dritten Weg aus der Hegemonie der Supermächte aufzuzeigen.

 

 

ISBN 9783944487229, Englisch Broschur, 13x20 cm, 154 Seiten, mehrere farbige Karten

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